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Nr. 2/2007 |
Die Entwicklung von nationalen Qualifikationsrahmen geht einher mit der des EQR
Eine wachsende Anzahl europäischer Länder entwickelt und arbeitet derzeit an der Umsetzung von nationalen Qualifikationsrahmen (NQR). Dieser Prozess, der in den Jahren 2005 und 2006 beschleunigt wurde, scheint eng, wenngleich nicht ausschließlich mit der Initiierung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) zusammenzuhängen. Die Tatsache, dass so viele nationale Qualifikationsrahmen an den EQR in Erwartung der formalen Annahme des letzteren (die für November 2007 erwartet wird) gekoppelt wurden, zeigt, dass die im EQR verankerten Grundsätze auch in den nationalen Qualifikationsrahmen größtenteils Akzeptanz finden.
Das KonzeptDie Idee eines Rahmens, der Einblick über die Vergleichbarkeit von Qualifikationen gibt, ist nicht neu. Handelsorganisationen legten bereits jahrhundertelang Qualifikationshierarchien - die Vorläufer der heutigen sektoralen und sogar nationalen Qualifikationsrahmen - fest. Parallel hierzu wurden auch von den Universitäten einheitliche Standards zur Anerkennung der erzielten Fortschritte während der Hochschulausbildung definiert und damit auch eine weitere Hierarchieform der Qualifikationen.
Die Entwicklung der NQR in EuropaVergleichsweise wenige Länder - Irland, Frankreich, Malta und das Vereinigte Königreich (England, Schottland und Wales) - haben nationale Qualifikationsrahmen angenommen oder umgesetzt. Diese Länder, mit Ausnahme von Malta, entwickelten ihre Qualifikationsrahmen vor der Initiierung des EQR als Reaktion auf eine nationale Agenda ihrer Politik. Der Fall Irlands dient als Beispiel dafür, inwieweit EQR-Grundsätze in diese ersten nationalen Qualifikationsrahmen integriert wurden. Die im NQR Irlands enthaltenen zehn Referenzniveaus (verabschiedet 2003) decken das gesamte Lernspektrum ab - von den frühen bis hin zu den fortgeschrittensten Stadien des Lernens; jedes dieser Niveaus basiert auf national anerkannten Standards, die als Lernergebnisse definiert wurden. Die gegenwärtige Phase seiner Entwicklung dient der Gewährleistung eines konsistenteren Ansatzes im Hinblick auf Lernergebnisse, Vergabe von Leistungspunkten und Anerkennung des nicht formalen Lernens. Ähnliche Ziele werden auch in anderen Ländern verfolgt, die NQR umgesetzt haben: Diese konzentrieren sich auf die Standards der Lernergebnisse, die Qualitätssicherung, die Beziehungen zwischen Qualifikationen und Fragen des Zugangs und der Übertragbarkeit. Die Einstellung der verbleibenden europäischen Länder zu den NQR lässt sich in folgende Gruppen unterteilen (1):
Mit Ausnahme weniger Länder (z. B. der Tschechischen Republik) begannen die meisten Länder mit systematischen Aktivitäten nach der Initiierung des EQR-Konsultationsprozesses im Juli 2005. Doch während der EQR eine bedeutende Rolle als Katalysator für die Reform gespielt hat, kann die rasche Entwicklung der NQR ohne die Berücksichtigung der spezifischen Zielsetzungen der Politikgestaltungen der einzelnen Länder nicht verstanden werden. Folgende Gemeinsamkeiten sind jedoch auffällig:
Auswirkung der NQR auf die BerufsbildungDie Entwicklung und Umsetzung nationaler Qualifikationsrahmen in Europa eröffnet für die Berufsbildung eine Reihe von Möglichkeiten:
Damit der Weg in diese unterschiedlichen Richtungen eingeschlagen werden kann, ist der Ansatz des lebenslangen Lernens für die Entwicklung der NQR und des EQR in richtungsweisender Form erforderlich. So müssen wir beispielsweise gewährleisten, dass die Qualifikationsrahmen für akademische Bildung (im Rahmen der Bolognakooperation) fester Bestandteil eines allumfassenden Rahmens sind. Die Alternative hierzu - drei von den übrigen Teilen der Systems der allgemeinen und beruflichen Bildung abgekoppelte akademische Ausbildungszyklen, die im Gegensatz zu dem oben umrissenen System stehen - könnte nicht leisten, was durch die Qualifikationsrahmen ermöglicht werden soll: verbesserter Zugang zum Lernen und Übertragbarkeit der Qualifikationen.
(1) Diese Zusammenfassung basiert auf dem Stand der Situation im April 2007.
Quelle: Cedefop/jb/ine
Unterschiede Nationale Qualifikationsniveaus EQR-Niveaus Wichtigste Funktion: Soll als
Maßstab für das Niveau, den Umfang und die Art des Lernens fungieren Soll als
Maßstab für das Niveau jeder Art des Lernens dienen, das in Form einer
Qualifikation anerkannt oder in einem NQR definiert wurde Wurde entwickelt von: regionalen
Körperschaften, nationalen Agenturen und sektoralen Körperschaften Mitgliedstaaten
in Zusammenarbeit Zielt besonders ab auf: lokale,
regionale und nationale Prioritäten (z. B. Niveau der Lese- und
Schreibfähigkeit, Arbeitsmarktbedürfnisse) länderübergreifende
kollektive Prioritäten (z. B. Globalisierung des Handels) Anerkennung der Lernleistungen von Einzelpersonen durch: Bewertung/Evaluierung,
Validierung und Zertifizierung es
erfolgt keine direkte Anerkennung der Lernleistungen von Einzelpersonen Allgemeine Geltung ist abhängig von: Faktoren
innerhalb des Landes Vertrauen
zwischen den Nutzern auf internationaler Ebene Qualität wird garantiert durch: von
nationalen Körperschaften und Bildungseinrichtungen festgelegte Verfahren nationale
Verfahren und feste Verknüpfung der nationalen und des EQR-Niveaus Niveaus werden unter Einbeziehung der folgenden Parameter
definiert: nationale
Maßstäbe, die fest in diversen Bildungsstätten integriert sind, z. B.
Schulen, Arbeitsplatz oder akademische Bildung allgemeine,
kontext- und länderübergreifende Progression |
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